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Lattenroste selbst bauen?

Einige Medienberichte haben zuletzt die Meinung verbreitet, die Wirkung eines Lattenrostes unter einer Matratze wäre zu vernachlässigen. Ein einfaches, starres Modell, das sich jeder selbst basteln kann, wäre absolut ausreichend. Doch viele renommierte Schlafexperten haben dem vehement widersprochen. Was ist also richtig?

Einige Medienberichte haben zuletzt die Meinung verbreitet, die Wirkung eines Lattenrostes unter einer Matratze wäre zu vernachlässigen. Ein einfaches, starres Modell, das sich jeder selbst basteln kann, wäre absolut ausreichend. Doch viele renommierte Schlafexperten haben dem vehement widersprochen. Was ist also richtig?

 

Tatsache ist: Die Wirkung bzw. Wichtigkeit der Unterfederung bezüglich der Liegequalität hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind u.a. Körperbau, Schlafstellung und ggf. gesundheitliche Probleme des Schläfers sowie die Dicke bzw. Qualität der Matratze.

 

Beispiel Körperbau und Schlafstellung: Da der flexible Lattenrost die Matratze unterstützen soll, ist sein Effekt vor allem bei besonderer Beanspruchung messbar. Ein leichter Rückenschläfer braucht deutlich weniger Unterstützung als ein schwerer oder breitschultriger Seitenschläfer, da hier der Körper sehr viel weiter einsinkt. Kein Wunder also, dass sich die Aussagen von Stiftung Warentest bezüglich der eingeschränkten Wirksamkeit von Lattenrosten vor allem auf Rückenschläfer beziehen.

 

Auch der Sachverständigenrat der Möbelsachverständigen beim BVDM, ein Zusammenschluss von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der Industrie- und Handelskammern für den Bereich Möbel, Polstermöbel, Betten und Wasserbetten (www.moebelsachverstaendige.de) plädiert vehement für eine flexible Unterfederung. Denn sie unterstützt die Funktion der Matratze bei besonderer Beanspruchung.

 

Zudem kann eine gute Unterfederung durch Fachleute wirksam individualisiert werden. „Bei Seitenschläfern mit breiteren Schultern ist die Anpassung der Matratze häufig nicht ausreichend. Erst die richtige Justierung einer funktionierenden Unterfederung sorgt für eine perfekte Anpassung“, erklärt Michaela Hilger, Sachverständige der IHK Bonn.

 

Wie entscheidend eine passende Unterfederung ist, kann man ohnehin selbst leicht erfahren, indem man seine Matratze probeweise auf den Boden oder auf einen starren Lattenrost legt. Viele Bettenhäuser führen solche Tests auch im Laufe der Beratung durch, so dass der Kunde die Unterschiede zu einer angepassten Unterfederung unmittelbar spürt. Im Internet kann man sogar entsprechende Demonstrations-Filme finden.

 

Hinzu kommt: Nicht jeder Rost eignet sich für jede Matratze. „Je nach Matratzenart ist die Unterfederung für den Liegekomfort sogar wichtiger als die Matratze selbst“, weiß Markus Kamps, Präventologe und anerkannter Bettenexperte. Vor allem Kaltschaummatratzen benötigen eine elastische Grundlage, damit sie sich nicht zu schnell durchliegen.

 

Es ist deshalb dringend zu empfehlen, beim Kauf einer neuen Matratze auch den Lattenrost auf seine Eignung überprüfen zu lassen und ggf. neu zu kaufen. Im Extremfall kann ein alter und unpassender Rahmen die neue Matratze sogar beschädigen. Den (doppelten) Schaden hat dann der Kunde, da in solchen Fällen die gesetzliche Gewährleistung oft nicht greift.